Apple Pay und Google Pay gehören zu den beliebtesten mobilen Bezahllösungen unserer Zeit. Beide Dienste ermöglichen kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone, lassen sich mit Kreditkarten und PayPal verknüpfen und setzen auf moderne Sicherheitsmechanismen wie Verschlüsselung und biometrische Authentifizierung. Doch trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es einige wichtige Unterschiede, die man kennen sollte.
Der wohl deutlichste Unterschied liegt in der Gerätekompatibilität. Apple Pay ist ausschließlich für Nutzer:innen von Apple-Geräten verfügbar – also auf iPhone, Apple Watch, iPad und Mac. Google Pay hingegen richtet sich an Nutzer:innen von Android-Smartphones, Tablets und Wearables. Wer also ein Android-Gerät besitzt, wird automatisch zu Google Pay greifen.
Apple Pay ist bereits tief in das Apple-Ökosystem integriert. Die Wallet-App ist auf allen Apple-Geräten vorinstalliert, eine separate App ist nicht nötig. Google Pay muss zunächst aus dem Play Store heruntergeladen und eingerichtet werden. Dafür bietet Google Pay mehr Freiraum bei der Gestaltung und Personalisierung der App-Oberfläche.
Bei der Unterstützung von Zahlungsmethoden zeigen sich ebenfalls Unterschiede:
Apple Pay kooperiert mit vielen, aber nicht allen Banken. Google Pay ist in der Regel etwas offener – auch Prepaid-Karten und PayPal lassen sich häufig problemlos einbinden. In einigen Ländern kann man sogar Guthaben per Gutschein aufladen, was Apple Pay aktuell nicht ermöglicht.
Beide Dienste bieten eine Vielzahl praktischer Funktionen: Man kann Tickets, Bordkarten oder Kundenkarten speichern, in Apps oder online bezahlen und Geld an Freunde senden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln werden beide Systeme zunehmend als Fahrscheinersatz akzeptiert. Im Alltag machen Apple Pay und Google Pay das Bezahlen deutlich einfacher.
In Deutschland zählen Apple Pay und Google Pay zu den beliebtesten mobilen Bezahldiensten. Laut einer GfK-Umfrage verwenden 33 Prozent der mobilen Zahlungsnutzer am häufigsten Apple Pay, dicht gefolgt von Google Pay mit 31 Prozent. Danach folgen die Apps der Banken und Sparkassen (16 Prozent) sowie Samsung Pay (11 Prozent).
Warum gerade diese beiden Dienste so weit verbreitet sind? Sowohl Apple Pay als auch Google Pay profitieren von einem entscheidenden Vorteil: Sie sind tief in das jeweilige Betriebssystem eingebettet. Apple Pay ist sofort auf allen iPhones verfügbar, lässt sich mit Face ID oder Touch ID entsperren und funktioniert nahtlos mit anderen Apple-Diensten. Google Pay ist auf vielen Android-Geräten bereits vorinstalliert und unterstützt eine breite Palette an Karten – darunter auch Prepaid-Optionen und PayPal.
Die Einrichtung ist bei beiden Diensten einfach und intuitiv. Bei Apple Pay öffnen Sie einfach die Wallet-App, tippen auf das Pluszeichen und scannen Ihre Karte oder geben die Daten manuell ein. Die Freigabe erfolgt über Ihre Bank. Google Pay funktioniert ähnlich – Sie öffnen die Google Wallet App, wählen „Zahlungskarte hinzufügen“ und folgen den Anweisungen.
Ein wesentlicher Unterschied Apple Pay und Google Pay liegt in der Anzahl der Karten, die Sie hinzufügen können. Bei Apple Pay ist die Anzahl pro Gerät auf bis zu acht Karten begrenzt. Google Pay erlaubt hingegen in den meisten Fällen eine unbegrenzte Anzahl von Karten – ideal, wenn Sie mehrere Konten oder Kreditkarten parallel nutzen möchten.
Neben Apple Pay und Google Pay gibt es auch andere mobile Wallets wie Samsung Pay, Fitbit Pay oder Garmin Pay. Doch diese Dienste sind deutlich weniger verbreitet – und das aus gutem Grund:
Apple Pay und Google Pay gelten beide als sehr sichere mobile Bezahldienste. Sie verwenden Tokenisierung, um Ihre Kartendaten zu schützen – statt der echten Nummer wird ein einmaliger, verschlüsselter Code an den Händler übermittelt.
Bei Apple Pay werden diese Token lokal auf einem speziellen Sicherheitschip im Gerät gespeichert. Jede Zahlung muss zusätzlich per Face ID, Touch ID oder Gerätecode bestätigt werden. Apple speichert zudem keine Informationen zu Ihren Einkäufen, was den Datenschutz um einiges erhöht.
Google Pay nutzt ebenfalls Tokenisierung, erstellt die Codes aber in der Cloud. Auch hier können Zahlungen per Fingerabdruck, PIN oder Muster gesichert werden. Im Verlustfall lässt sich das Gerät über „Find My Device“ sperren oder löschen.
Wir können festhalten: Beide Dienste bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Apple punktet mit lokaler Datenspeicherung und stärkerem Datenschutz, während Google etwas flexibler bei der Gerätewahl ist. Letztlich hängt die Entscheidung also davon ab, welches System Sie persönlich bevorzugen.
Der entscheidende Unterschied puncto Datenschutz der beiden Zahlungsanbieter liegt in der Datenspeicherung und Nutzung: Apple Pay speichert Zahlungsdaten ausschließlich lokal im sogenannten Secure Element und betont, keine Informationen zu Käufen, Beträgen oder Händlern zu erfassen.
Google Pay erzeugt die Token hingegen in der Cloud und speichert zusätzlich Transaktionsdaten wie Betrag, Händlername oder Zahlungsmethode. Diese können zur Verbesserung der Services oder personalisierter Werbung genutzt werden.
Beide Anbieter schützen Ihre Zahlungsdaten also zuverlässig, wobei Apple einen datensparsameren Ansatz verfolgt und Ihnen als Nutzer mehr Kontrolle über Ihre Privatsphäre gibt.
Wenn es um die Akzeptanz im Alltag geht, nehmen sich Apple Pay und Google Pay kaum etwas. Beide Dienste werden in Deutschland sowie international von einer Vielzahl an Händlern unterstützt – sowohl im stationären Handel als auch online.
Egal ob im Supermarkt, im Café, an der Tankstelle oder beim Online-Shopping: Überall dort, wo kontaktloses Bezahlen möglich ist, können Sie in der Regel auch mit Apple Pay oder Google Pay bezahlen. Auch in Apps und auf Websites sind beide Dienste als schnelle, sichere Zahlungsmethode weit verbreitet.
Apple Pay und Google Pay selbst erheben keine zusätzlichen Gebühren, wenn Sie im Ausland mit Ihrem Smartphone bezahlen. Die eigentlichen Kosten entstehen durch die hinterlegte Karte – und hier lohnt sich ein genauer Blick.
Viele klassische Banken verlangen bei Zahlungen in Fremdwährung zwischen 1,75 % und 2 % Auslandseinsatzentgelt. Bei Premium-Kreditkarten wie der TF Mastercard Gold oder der Hanseatic GenialCard entfällt diese Gebühr häufig. Auch Neobanken wie Revolut oder N26 You/Metal bieten kostenlose Zahlungen in Fremdwährung an, was ein guter Deal für Vielreisende ist.
Unser Tipp: Prüfen Sie vor Reiseantritt, ob Ihre Kreditkarte Fremdwährungsgebühren vermeidet. Wer regelmäßig international unterwegs ist, profitiert auf Dauer von einer Karte ohne Auslandseinsatzentgelt. Unabhängig davon, ob Sie Apple Pay oder Google Pay nutzen.
Auch wenn mal kein WLAN oder mobiles Netz verfügbar ist, müssen Sie nicht auf kontaktloses Bezahlen verzichten. Apple Pay und Google Pay funktionieren nämlich auch offline, solange auf dem Gerät noch gültige Zahlungstoken gespeichert sind.
Bei Apple Pay ist das problemlos möglich: Es lassen sich mehrere Zahlungen hintereinander ohne aktive Internetverbindung durchführen. Auch Google Pay erlaubt Offline-Zahlungen – in der Regel bis zu sechs Transaktionen, bevor eine neue Verbindung zur Aktualisierung der Token erforderlich ist.
Für Sie heißt das: Ob im Supermarkt, in der U-Bahn oder auf Reisen – mit Apple Pay oder Google Pay sind Sie selbst ohne Netz zahlungsfähig.
Ob Sie Apple Pay oder Google Pay nutzen, macht im Alltag kaum einen Unterschied. Beide Dienste bieten ein sehr ähnliches Nutzererlebnis – von der Sicherheit über die Geschwindigkeit bis hin zur breiten Akzeptanz. Die Wahl hängt daher in erster Linie davon ab, welches Smartphone Sie verwenden.
Wenn Sie zwischen einem iPhone und einem Android-Gerät schwanken, sollten Sie sich nicht allein wegen Apple Pay vs. Google Pay entscheiden. Aspekte wie Kamera, Akkulaufzeit, Systemnutzung oder persönliche Vorlieben spielen bei der Gerätewahl meist eine deutlich größere Rolle.
Anders sieht es aus, wenn Sie bereits eine Kreditkarte besitzen, die nur mit einem der beiden Dienste kompatibel ist – und diese nicht wechseln möchten. In diesem Fall lohnt es sich, das Betriebssystem zu wählen, das zu Ihrer bestehenden Karte passt.
Viele beliebte Kreditkarten funktionieren heute aber problemlos mit beiden Diensten. Dazu zählen zum Beispiel:
Ob Sie sich für Apple Pay oder Google Pay entscheiden, hängt weniger von technischen Unterschieden ab – sondern vielmehr davon, was für Sie persönlich wichtig ist. Möchten Sie ein nahtloses Bezahlerlebnis, das perfekt mit Ihrem Smartphone harmoniert? Dann orientieren Sie sich am besten am System, das Sie ohnehin täglich nutzen.
Wichtiger als die Wahl des Bezahldienstes ist oft die Frage, welche Kreditkarte Sie nutzen möchten – oder bereits haben. Wenn Ihre Karte nur mit einem der beiden Dienste funktioniert, ist die Entscheidung schnell getroffen. Sind Sie dagegen flexibel, profitieren Sie bei beiden Lösungen von hoher Sicherheit, einfacher Handhabung und einer breiten Akzeptanz.
Am Ende geht es nicht um besser oder schlechter, sondern um passend oder unpassend. Die beste Lösung ist die, die sich mühelos in Ihren Alltag einfügt – ganz egal, ob mit Apple oder Google-Logo.
Alexander Schmidt ist ein etablierter Fachjournalist mit einer besonderen Leidenschaft für die Welt der Kreditkarten und Finanzen. Seit 2017 schreibt er nun für Kreditkarten360, um wertvolle Einblicke in die komplexe Welt des persönlichen Finanzwesens zu geben und den Leser teilhaben zu lassen an seiner langjährigen Erfahrung.