Geld auf eine Kreditkarte zu überweisen, kann in vielen Situationen sinnvoll sein - sei es, um das verfügbare Limit kurzfristig zu erhöhen, eine größere Zahlung abzudecken oder einfach eine finanzielle Reserve zu schaffen. Die häufigste Methode dafür ist die klassische Banküberweisung, aber auch Daueraufträge oder Einzahlungen am Geldautomaten können eine praktische Alternative sein. Innerhalb dieses Absatzes erfahren Sie, wie der Prozess funktioniert und worauf Sie dabei achten sollten.
Die gängigste Möglichkeit, Guthaben auf eine Kreditkarte zu laden, ist eine reguläre Überweisung. Jede Kreditkarte hat eine eigene IBAN, die Sie auf Ihrer monatlichen Abrechnung oder im Online-Banking finden. Diese IBAN beginnt in Deutschland mit „DE“ und besteht aus 22 Zeichen, sie ist nicht identisch mit der 16-stelligen Kreditkartennummer auf Ihrer Karte.
Um eine Überweisung durchzuführen:
Wenn Sie Ihre Kreditkarte regelmäßig mit Guthaben aufladen möchten, kann ein Dauerauftrag eine praktische Lösung sein. Dabei überweist Ihre Bank automatisch einen festgelegten Betrag in einem bestimmten Intervall – zum Beispiel monatlich.
Das kann besonders sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Kreditkarte als eine Art Budget-Konto nutzen oder sicherstellen möchten, dass immer ein gewisser Betrag verfügbar ist. Wichtig zu beachten: Der gewählte Betrag bleibt konstant, es sei denn, Sie passen ihn manuell an.
Einige Banken bieten auch die Möglichkeit, Geld direkt am Geldautomaten auf eine Kreditkarte zu überweisen. Diese Funktion steht jedoch nicht an allen Automaten zur Verfügung. Falls ein Automat diese Option bietet, läuft die Einzahlung ähnlich wie eine reguläre Überweisung ab:
Bevor Sie Geld auf Ihre Kreditkarte überweisen, sollten Sie prüfen, ob Ihr Anbieter diese Möglichkeit überhaupt erlaubt. Nicht jede Bank gestattet es, Guthaben auf eine Kreditkarte zu laden. Falls eine direkte Überweisung nicht möglich ist, gibt es oft Alternativen wie Sofortüberweisungen oder Einzahlungen über Ihr Girokonto, mit denen Sie dennoch Geld auf die Karte bringen können.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn Sie Ihre Kreditkarte mit Guthaben aufladen, wird dieses Geld in der Regel zuerst für Zahlungen verwendet, bevor Ihr eigentlicher Kreditrahmen genutzt wird. Das kann Auswirkungen auf bestimmte Vorteile haben, wie z. B.:
Wenn eine Kreditkarte genutzt wird, fällt am Monatsende eine Abrechnung an. Wer den offenen Betrag nicht rechtzeitig begleicht, muss je nach Karte hohe Zinsen zahlen – insbesondere, wenn eine Teilzahlung aktiv ist. Eine rechtzeitige Überweisung kann helfen, diese Zinsen zu vermeiden und den Kontostand auszugleichen, bevor zusätzliche Kosten entstehen.
Jede Kreditkarte hat ein festgelegtes Limit. Wer eine größere Anschaffung plant, die dieses Limit überschreitet, kann vorab Geld auf das Kreditkartenkonto überweisen, um den verfügbaren Betrag zu erhöhen. Das kann nützlich sein, wenn teure Einkäufe, Urlaubsbuchungen oder unerwartete Ausgaben anstehen, die sonst möglicherweise nicht mit der Karte bezahlt werden könnten.
Wenn das Kreditlimit bereits vollständig genutzt wurde, wird die Karte in der Regel für weitere Zahlungen gesperrt, bis die nächste Abrechnung erfolgt oder eine Rückzahlung geleistet wird. Durch eine manuelle Überweisung kann das Kartenkonto direkt wieder aufgeladen werden, sodass die Kreditkarte weiterhin wie gewohnt für Einkäufe oder Online-Zahlungen genutzt werden kann.
Ob eine Überweisung auf die eigene Kreditkarte kostenlos oder mit Gebühren verbunden ist, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Während einige Banken und Kreditkartenunternehmen diese Möglichkeit gebührenfrei bereitstellen, verlangen andere zusätzliche Kosten, die entweder als Pauschalbetrag oder als Prozentsatz der Überweisungssumme berechnet werden.
Da sich die Regelungen je nach Kreditkarte unterscheiden, ist es wichtig, dass Sie sich vor einer Überweisung über mögliche Gebühren informieren. Die entsprechenden Informationen finden Sie in den AGB oder im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank.
In der Regel wird eine Überweisung auf eine Kreditkarte innerhalb eines Bankarbeitstags gutgeschrieben. Das bedeutet, dass das Geld normalerweise am nächsten Werktag auf dem Kartenkonto verfügbar ist. Wie schnell die Gutschrift tatsächlich erfolgt, hängt jedoch von der jeweiligen Bank und den internen Bearbeitungszeiten ab.
Besonders vor Wochenenden oder Feiertagen sollte man bedenken, dass Banken an diesen Tagen keine Buchungen durchführen. Wer eine Überweisung erst am Freitagnachmittag oder direkt vor einem Feiertag veranlasst, muss damit rechnen, dass das Geld erst am nächsten regulären Bankarbeitstag auf der Kreditkarte ankommt. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: Erfolgt die Überweisung nach Annahmeschluss der Bank, verschiebt sich die Bearbeitung auf den folgenden Werktag.
Es ist nicht nur möglich, Geld auf das eigene Kreditkartenkonto zu überweisen – sondern auch auf die Kreditkarte einer anderen Person. Dafür brauchen Sie lediglich die IBAN des Kreditkartenkontos des Empfängers.
Der Ablauf funktioniert ähnlich wie eine normale Banküberweisung. Sobald die IBAN des Empfängers vorliegt, kann der gewünschte Betrag direkt auf das Kreditkartenkonto der anderen Person überwiesen werden. Es ist wichtig, dass Sie dabei darauf achten, die korrekte IBAN anzugeben, um Verzögerungen oder Fehlbuchungen zu vermeiden. In den meisten Fällen wird die Gutschrift auch hier innerhalb eines Bankarbeitstags vorgenommen, je nach Bank und Bearbeitungszeiten kann es jedoch auch etwas länger dauern.
Debit- und Prepaid-Karten funktionieren anders als Kreditkarten, da sie keinen Kreditrahmen haben. Damit sie für Zahlungen genutzt werden können, muss zuerst Geld auf das Kartenkonto eingezahlt werden. Ohne ausreichendes Guthaben sind weder Einkäufe noch Bargeldabhebungen möglich.
Die Überweisung auf eine Debit- oder Prepaid-Karte erfolgt ähnlich wie bei einer Kreditkarte. In der Regel verfügt jede Karte über eine eigene IBAN, über die Geld überwiesen werden kann. Sobald die Überweisung eingegangen ist, wird der Betrag dem Kartenkonto gutgeschrieben und kann für Zahlungen verwendet werden. Je nach Bank kann die Gutschrift innerhalb eines Werktages erfolgen. Einige Anbieter ermöglichen zusätzlich die Aufladung über Giropay, eine schnelle und praktische Methode, um Guthaben direkt auf das Kartenkonto zu übertragen.
Einige Kreditkarten bieten die Möglichkeit, Geld direkt auf das Bankkonto einer anderen Person zu überweisen. Ob und unter welchen Bedingungen dieser Service verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
Nicht jede Kreditkarte erlaubt Ihnen solche Überweisungen. Während einige Banken diese Funktion gar nicht anbieten, erheben andere eine Gebühr dafür. In manchen Fällen ist die Überweisung kostenlos, allerdings oft nur, wenn zuvor Guthaben auf die Kreditkarte eingezahlt wurde. Es gibt aber auch Anbieter, die diese Transaktion ohne Einschränkungen und Gebühren ermöglichen.
Wenn Sie häufiger Geld von Ihrer Kreditkarte auf ein anderes Bankkonto überweisen möchten, sollten Sie eine Karte wählen, die diesen Service zu möglichst günstigen Konditionen anbietet. Informieren Sie sich daher unbedingt im Vorhinein nach den Bedingungen Ihres Anbieters.
Bei der Überweisung von Geld auf die Kreditkarte einer anderen Person kann das in einigen Fällen steuerliche Auswirkungen haben. Vor allem bei größeren Beträgen oder internationalen Transaktionen wird hier oft genauer hingeschaut. Bei der Überweisung größerer Summen sollten Sie deshalb am besten einen Steuerberater konsultieren oder sich bei den zuständigen Behörden informieren, um sicherzustellen, dass Sie alle steuerlichen Verpflichtungen erfüllen.
Eine Überweisung auf Ihre Kreditkarte kann eine praktische Option sein, um Ihr verfügbares Limit zu erhöhen. Am einfachsten schaffen Sie das über eine Banküberweisung an die IBAN Ihrer Kreditkarte - alternativ können Sie auch Daueraufträge oder Einzahlungen am Geldautomaten nutzen.
Da nicht alle Kreditkartenanbieter diesen Service anbieten oder möglicherweise Gebühren erheben, empfehlen wir Ihnen, die Konditionen Ihrer Bank im Voraus zu prüfen. Beachten Sie dabei zudem die Bearbeitungszeit, da die Gutschrift in der Regel einen Werktag dauert.
Ob diese Option sinnvoll für Sie ist, entscheiden Sie ganz allein. Wenn Sie beispielsweise hohe Zinsen vermeiden oder Ihr Kreditkartenlimit für größere Ausgaben erweitern möchten, kann eine Überweisung auf Ihre Kreditkarte durchaus lohnenswert sein.
Alexander Schmidt ist ein etablierter Fachjournalist mit einer besonderen Leidenschaft für die Welt der Kreditkarten und Finanzen. Seit 2017 schreibt er nun für Kreditkarten360, um wertvolle Einblicke in die komplexe Welt des persönlichen Finanzwesens zu geben und den Leser teilhaben zu lassen an seiner langjährigen Erfahrung.